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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung auf meinen Auslandsaufenthalt begann, in dem ich mich auf der Website der Universität Potsdam über die möglichen Gastuniversitäten und den Ablauf des Bewerbungsprozesses informiert habe. Die Annahme durch meinen Koordinator der Universität Potsdam erfolgte etwa Mitte Februar. Anschließend wurde ich Ende März durch das International Office Potsdam an meiner Gastuni nominiert. Nach der Nominierung hat sich die Uni in Montpellier sehr schnell bei mir gemeldet und mir die erforderlichen Unterlagen zur Zulassung und Einschreibung sowie den generellen weiteren Ablauf mitgeteilt. Die geforderten Unterlagen waren ein Identitätsnachweis, ein Passbild, ein Sprachnachweis und das erste Learning Agreement. Für das Learning Agreement sollte man sich an den Kursen des Vorjahres orientieren, da die Kurslisten erst spät veröffentlicht werden. Das Studienbüro für Internationale Beziehungen (BRI) auch immer sehr schnell auf Fragen reagiert. Zudem fanden auch immer wieder Veranstaltungen des International Office in Potsdam statt, welche beim ganzen Prozess der Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt geholfen haben.

Die endgültige Annahme mit dem „Lettre d'acceptation“ erhielt ich Mitte Juni.


Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Université Montpellier

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Die Universität in Montpellier hat mehrere Standorte in der Stadt. Die Fakultät für Rechtswissenschaften befindet sich in der Innenstadt und ist in drei Gebäude aufgeteilt. Die Uni ist gut mit der Straßenbahn erreichbar. Die Fakultät besitzt im Gegensatz zu anderen Standorten jedoch keine Mensa, sondern nur eine Cafeteria. Jedoch gibt es auch genug günstige Essensangebote in der Umgebung. Es befinden sich zudem einige kleine Bibliotheken in der Fakultät. Die große Bibliothek ist allerdings am Campus Richter. Dort gibt es auch Computer und Drucker, die man nutzen kann.

Die Sprachkurse für Französisch finden an einem Abend der Woche am Campus für die Naturwissenschaften statt. Das ist ein sehr großer Campus mit eigener Bibliothek und Mensa.

Das generelle Studiensystem ist sehr viel frontaler als in Deutschland. In den von mir besuchten Vorlesungen hat kein Professor eine PowerPoint gehabt, sondern sie haben nur ihre Skripte vorgelesen. Die meisten französischen Studierenden tippen dabei alles Wort für Wort mit. Zudem gehen die Vorlesungen üblicherweise 3 Stunden. Die meisten Professoren machen jedoch eine Pause in der Vorlesung. Anfangs war es schwierig, sich an die Länge und an die Vorlesungsmethode zu gewöhnen. Die Sprache kann dabei auch immer wieder ein Problem darstellen. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass man die Kurse von Professoren nimmt die langsam und deutlich sprechen, sodass man auch Zeit zum Mitschreiben hat. Allerdings kann man auch immer französische Studierende nach ihren Skripten fragen oder ehemalige Erasmusstudenten teilen ihre Skripte. Zudem findet man auch Skripte über Studocu. Es gibt außerdem auch keine Steckdosen in den Vorlesungssälen und die meisten Professoren meiden sowieso technische Hilfsmittel. Das Studienklima ist angenehm und anonym, wenn man nur größere Vorlesungen besucht. Der Austausch mit anderen internationalen Studierenden war dabei immer sehr hilfreich, um den Überblick über Fristen zu behalten und zur Vorbereitung auf die Prüfungen. Die Prüfungen finden in den letzten zwei Wochen statt und sie sind mündlich direkt beim Professor. Der Ablauf dieser Prüfungen ist dabei je nach Professor unterschiedlich. Manche geben einem eine Vorbereitungszeit und lassen einen dann ein Thema präsentieren. Andere stellen nur Fragen. Manche Professoren lassen einen das Thema sogar aussuchen, zu dem sie Fragen stellen. Insgesamt bewerten jedoch alle fair und die Prüfungen sind generell sehr machbar. Es gibt im Zweifelsfall auch noch die Möglichkeit auf einen Zweitversuch.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Es war generell sehr viel einfacher mit anderen internationalen Studierenden in Kontakt zu kommen. Es gibt dafür eine Willkommensveranstaltung von der Fakultät, aber auch diverse Organisationen für Internationale Studierende bieten Treffen, Ausflüge und andere Aktivitäten an. Es ist dabei besonders am Anfang leicht Leute kennenzulernen mit denen man das ganze Semester etwas machen kann. Aber auch im Laufe des Semesters lernt man immer wieder neue Leute kennen. Der Kontakt zu einheimischen Studierenden ist hingegen etwas schwerer. Da ich im Wohnheim gewohnt habe, konnte man sich aber beim Kochen oder Wäsche waschen mit ihnen unterhalten.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Auslandsaufenthalt waren meine Sprachkenntnisse definitiv etwas eingerostet. Das hat sich jetzt mit dem Auslandsaufenthalt verbessert, indem man immer „gezwungen“ ist die Sprache zu sprechen und sie auch die ganze Zeit hört. Dabei hat auch der durch die Universität angebotene Sprachkurs geholfen. In meinem Kurs wurde vor allem nochmal Grammatik wiederholt und erklärt, was ich dann auch im Alltag nutzen konnte. Im Kurs herrschte zudem eine lockere Atmosphäre, was das Lernen angenehm gemacht hat.

Wohn-  und Lebenssituation

Als Unterkunft habe ich mich für das Studentenwohnheim (Crous) entschieden. Dafür hatte ich von der Uni Ende April ein Formular geschickt bekommen. Die Zusage für einen Platz im Wohnheim Triolet bekam ich Mitte Juni. Die Miete dafür war sehr günstig. Die Einreichung der erforderlichen Unterlagen beim Wohnheim gestaltete sich jedoch manchmal schwierig, weil Unterlagen ohne Erklärung abgelehnt wurden.

Als ich jedoch ankam, war ich erstmal erschrocken, als ich mein Zimmer sah. Es war wirklich sehr spärlich eingerichtet und befand sich in einem älteren unrenovierten Gebäude. Die Wände sind außerdem sehr dünn. Das Bad war klein, aber ausreichend. Die Gemeinschaftsküche war jedoch meistens sehr dreckig. Sie wurde zwar regelmäßig gesäubert, war danach aber sehr schnell wieder verschmutzt. Es gab dazu nur vier Herdplatten und keine anderen Küchengeräte oder -utensilien wie zum Beispiel einen Backofen. Das Wohnheim Triolet besitzt jedoch eine eigene Cafeteria und direkt nebenan ist auch eine Mensa. Triolet liegt außerdem direkt neben dem Campus für die Naturwissenschaften.

Das Wohnheim ist durch die Linie 1 an die Straßenbahn angebunden, sodass ich nur 10 Minuten mit der Tram zur Uni und in die Innenstadt brauchte. Die öffentlichen Verkehrsmittel kann man in Montpellier kostenlos nutzen, wenn man eine Bescheinigung hat, dass man in Montpellier wohnt. Mit dieser hat man die Möglichkeit, das Ticket zum kostenlosen Fahren zu beantragen. Das geht in über die App oder in einer der Filialen der Verkehrsbetriebe. Dabei geht es sehr viel schneller, wenn man direkt bei einer der Filialen vorbeigeht. Die Straßenbahn ist das Hauptverkehrsmittel in der Stadt, sodass sie auch oft sehr voll sein kann und ab kurz nach 1 Uhr nachts fährt erstmal keine Straßenbahn mehr. Es ist daher auch empfehlenswert sich ein Fahrrad anzuschaffen, um etwas unabhängiger zu sein. Im Crous Wohnheim kann man sich kostenlos ein Fahrrad für die Zeit ausleihen, wenn man dort wohnt.

In Montpellier war es immer möglich alles mit Karte zu bezahlen, auch das Bezahlen von Taxis ist mit Karte möglich.

Vor meinem Aufenthalt habe ich mich darüber informiert, ob meine Krankenversicherung auch einen längeren Aufenthalt im Ausland abdeckt. Zudem habe ich auch noch eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung für längere Aufenthalte im Ausland abgeschlossen. Solche längeren Auslandskrankenversicherungen werden auch günstig für Erasmus Studierende angeboten.

Für die Uni brauchte ich zudem eine Haftpflichtversicherung und für das Wohnheim eine Hausratsversicherung. Soweit ich weiß, akzeptiert das Wohnheim auch nur französische Hausratsversicherungen. Diese kann man aber auch günstig als Student für die Zeit abschließen.

Die Lebenserhaltungskosten würde ich in Frankreich grundsätzlich ein bisschen höher als in Deutschland einschätzen. Besonders Lebensmittel kosten in Frankreich im Vergleich zu Deutschland mehr. Die Cafeteria und die Mensa des Crous bieten jedoch günstiges Essen an. Teilweise sind Lebensmittel dort günstiger als im Supermarkt. In sonstigen Bereichen wie zum Beispiel bei Restaurants sind die Preise vergleichbar mit Deutschland.

Insgesamt gibt es ein sehr großes Freizeitangebot. Montpellier ist generell eine sehr junge Stadt, sodass auch Nachts immer noch sehr viel los ist und es etwas zu unternehmen gibt Die Uni bietet einen kostenlosen Hochschulsport an, sodass man die Möglichkeit hat verschiedene Sportarten auszuprobieren. Für die meisten Kurse muss man sich auch nicht anmelden, sondern kann einfach hingehen. Außerdem ist auch in der Stadt immer sehr viel los und es gibt sehr viele Veranstaltungen. Es gab zum Beispiel das Festival „Coeur de ville en lumières“ oder auch den Weihnachtsmarkt. Dazu kommen die Veranstaltungen der Erasmus Organisationen, die fast jeden Tag irgendetwas organisieren. Zudem kann man mit der Straßenbahn auch fast bis zum Strand fahren. Von der Endhaltestelle kann man den Bus nehmen oder zum Strand laufen. Es gibt aber auch die Möglichkeit Wandern zu gehen oder sich umliegende Städte anzuschauen. Es gibt dabei viele nette Orte, die einen Besuch wert sind. Mir persönlich haben Collioure und Nîmes am besten gefallen. Man kommt außerdem mit dem TGV in 3h 30min nach Paris und mit dem Bus in 5 Stunden nach Barcelona. Zudem kommt man auch schnell mit der Bahn oder dem Bus nach Nizza, Cannes und Monaco.

Und auch an regnerischen Tagen kann man zum Beispiel ins Kino gehen, das Museum Fabre besuchen oder in der Eishalle Schlittschuh laufen gehen.

Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Université Montpellier

Gastland: Frankreich

Rückblick

Rückblickend hat mich das Auslandssemester wirklich bereichert, weil ich dadurch sehr viel selbstständiger geworden bin und mehr Selbstvertrauen gewonnen habe durch die verschiedenen Hindernisse, die man selbst überwinden musste. Dazu zählt definitiv das mündliche Ablegen der Prüfungen auf Französisch.

Ich werde vor allem das gute Wetter vermissen,

Außerdem kann ich nur empfehlen so viel wie möglich zu unternehmen, weil es so viele Möglichkeiten gibt, die auch meistens sehr kostengünstig sind. Dabei sind es besonders die Ausflüge, die wirklich Spaß gemacht haben.

Und es ist wichtig sich nicht zu sehr stressen zu lassen besonders was Informationen von Seiten der Uni angeht, die kommen in der Regel sehr spät und man sollte deswegen einfach diese Erfahrung genießen.


Frankreich

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