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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Zur Vorbereitung meines Auslandssemesters bin ich zunächst zu den Informationsveranstaltungen des Outgoing-Teams der Universität Potsdam gegangen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mich mit einem Studenten auszutauschen, der sein Erasmus bereits auf La Réunion gemacht hatte, was mir sehr geholfen hat, da er viele praktische Tipps geben konnte.

Zusätzlich habe ich mir über soziale Medien und verschiedene Internetseiten einen Eindruck von der Insel verschafft. Da La Réunion eine tropische Insel ist, habe ich mich vor allem auf der Seite des Auswärtiges Amt über Impfungen, gesundheitliche Vorsorge und andere wichtige Hinweise informiert.

Wie vorgeschrieben habe ich Kontakt mit der Gasthochschule aufgenommen und alle geforderten Unterlagen fristgerecht eingereicht. Vieles lief online über verschiedene Plattformen, was grundsätzlich praktisch war. Allerdings war es teilweise aufgrund der Sprachbarriere nicht ganz einfach zu verstehen, ob wirklich alles erledigt war. Besonders bei Themen wie Studentenwohnheim, Visa, Versicherung oder der Wahl des richtigen Studiengangs wurde es ziemlich bürokratisch. Ein klarer Schritt-für-Schritt-Guide hätte hier definitiv geholfen. Positiv war aber, dass es immer Ansprechpartner:innen gab, die schnell geantwortet und weitergeholfen haben.


Studienfach: Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Université de La Réunion

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem an der Gasthochschule war insgesamt gut verständlich. Zu Beginn gab es eine Einführungswoche, in der die wichtigsten organisatorischen Dinge erklärt wurden. Die Kurswahl lief danach unkompliziert ab und man konnte Kurse auch problemlos wechseln.

Die Dozent:innen waren alle sehr nett und vor allem bei sprachlichen Schwierigkeiten sehr verständnisvoll. Trotzdem waren die Anforderungen in den Master-Wirtschaftskursen höher als ich erwartet hatte. Dadurch war es teilweise schwierig, die geplanten 28 ECTS zu erreichen. Außerdem ist es so, dass die einzelnen Kurse in Frankreich beziehungsweise auf La Réunion meist nur wenige ECTS haben (meist maximal 4 pro Modul). Um also auf die angestrebten 30 ECTS zu kommen, musste man relativ viele Kurse belegen. Das führte zu einem ziemlich vollen Stundenplan und dazu, dass sich Kurse teilweise überschnitten haben.

Besonders cool fand ich das große Angebot an Wahlpflichtkursen. Es gab zum Beispiel Kurse wie Arabisch, Tauchen, Zeichnen oder Female Dancehall. Diese Kurse haben nicht nur Spaß gemacht, sondern waren auch eine super Abwechslung zum regulären Studium.

Das Studienklima war insgesamt sehr angenehm. Die Studierenden haben sich gegenseitig viel geholfen, es gab zahlreiche WhatsApp-Gruppen und Lerngruppen. Außerdem hat die Uni viele Veranstaltungen organisiert, an denen man leicht teilnehmen konnte. Ich habe mich dadurch von Anfang an sehr willkommen gefühlt.

Die technische Ausstattung war in Ordnung. In vielen Wirtschaftskursen wurde allerdings noch viel mit der Tafel gearbeitet, was manchmal etwas anstrengend war. Zum Glück haben die meisten Dozent:innen begleitende PowerPoint-Folien hochgeladen, sodass man den Stoff gut selbst nacharbeiten konnte. Einige haben sogar Probeklausuren zur Verfügung gestellt, was sehr hilfreich war.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Durch das große Angebot der Universität kam man schnell mit anderen Studierenden in Kontakt, sowohl mit Einheimischen als auch mit internationalen Studierenden. Es gab viele gemeinsame Aktivitäten und Austauschmöglichkeiten.

Gleichzeitig fiel aber auch auf, dass viele Erasmusstudierende aus Deutschland kamen und sich teilweise Grüppchen gebildet haben. Die deutschen Studierenden waren daher oft eher unter sich. Man musste also selbst ein bisschen darauf achten, aktiv auf andere zuzugehen und nicht nur in der eigenen Erasmus-Blase zu bleiben.

Ich hatte hier Glück, da in meinen Wirtschaftskursen keine anderen Erasmusstudierenden waren. Dadurch hatte ich viel Kontakt zu meinen Mitstudierenden, von denen viele aus Madagaskar kamen, was ich als sehr bereichernd empfunden habe.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Französisch hat sich während des Aufenthalts auf jeden Fall verbessert. Besonders geholfen hat mir meine Tandempartnerin, mit der ich mich regelmäßig getroffen habe, um auf Französisch zu sprechen. Der Unterricht war größtenteils komplett auf Französisch und auch der Alltag fand fast ausschließlich auf Französisch statt.

Vor dem Aufenthalt hatte ich durch mein Abitur ein B2-Niveau, das sich über die Jahre wahrscheinlich eher zu einem B1-Niveau entwickelt hatte. Durch das Erasmussemester konnte ich meine Sprachkenntnisse aber wieder deutlich auffrischen und auf ein gutes B2-Niveau bringen.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich habe im internationalen Studentenwohnheim des Crous direkt auf dem Campus Moufia gewohnt. Dadurch war ich super gut mit anderen Erasmusstudierenden vernetzt. Mein Zimmer hatte ein eigenes kleines Bad mit Toilette und Dusche sowie einen Wohnraum mit Bett, Schreibtisch und Schrank. Ich hatte außerdem Glück und ein Zimmer im obersten Stock mit einem großen Balkon.

Das Zimmer war insgesamt sauber, was wohl nicht bei allen Zimmern im Wohnheim der Fall war. Ich persönlich habe aber nur gute Erfahrungen mit dem Crous gemacht. In der Nähe gibt es den Run Market (ca. 15 Minuten zu Fuß) und einen Leader Price (ca. 20 Minuten), die zu den günstigeren Supermärkten gehören. Außerdem kann man sehr günstig in der Mensa auf dem Campus essen.

Direkt beim Wohnheim gibt es außerdem einen Snackstand mit viel Auswahl (Crêpes, Sandwiches, Kebab, Salate usw.) sowie eine kleine Épicerie für das Nötigste. Direkt auf dem Campus befindet sich auch ein Geldautomat, was sehr praktisch ist, da man in der Épicerie zum Beispiel nur bar zahlen kann.

Die Lebenshaltungskosten auf La Réunion sind höher als ich erwartet hatte. Es ist daher sinnvoll, neben der Erasmusförderung noch etwas finanziellen Puffer einzuplanen, vor allem wenn man Ausflüge machen möchte. Das Busnetz ist grundsätzlich ganz gut ausgebaut und Studierende können sich zu Beginn sogar eine kostenlose Fahrkarte ausstellen lassen. Allerdings kommt man mit dem Bus nicht überall hin, zum Beispiel nicht zu vielen Wanderspots. Deshalb haben viele Studierende zeitweise ein Auto gemietet, was allerdings schnell teuer wird.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Busse nur bis etwa 19:40 Uhr fahren. Wenn man abends in die Stadt fährt, muss man entweder sehr lange zurücklaufen oder ein Auto haben. Da wir im Norden der Insel gewohnt haben und viele schöne Orte eher im Westen oder Süden liegen, habe ich mir früh eine Hängematte und einen Schlafsack gekauft. Wir haben oft einfach am Strand geschlafen, was dort sehr verbreitet ist und sich jederzeit sicher angefühlt hat.

Außerdem lohnt es sich, gute Wanderschuhe, eine Stirnlampe und eventuell Wanderkleidung mitzunehmen oder vor Ort zu kaufen, da es auf der Insel unglaublich viele schöne Wandermöglichkeiten gibt – auch für Leute, die vorher nicht viel gewandert sind.

Studienfach: Wirtschaftsinformatik und Digitale Transformation

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Université de La Réunion

Gastland: Frankreich

Rückblick

Rückblickend war mein Erasmussemester auf La Réunion eine der schönsten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe. Die Kultur, die Menschen und die vielen Möglichkeiten haben meine Erwartungen sogar übertroffen. Ich werde mich immer sehr gerne an diese Zeit erinnern. Mein persönlicher Tipp ist, besondere Momente zwischendurch auch mal aufzuschreiben, um sich später noch besser an einzelne Situationen und Erlebnisse zurückerinnern zu können.


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